Preisträger 2012


Insgesamt 14 Produkte und Konzepte haben im Jahr 2012 den Bundespreis Ecodesign erhalten. Die ausgezeichneten Projekte zeigen, wie vielseitig Ecodesign umgesetzt werden kann. Das Themenspektrum reicht von „wachgeküssten“ Kleidern und nachbarschaftlichem Car-Sharing über innovative Hybrid-Technologie bis hin zur Reduzierung von Datenmüll im Internet.

Die feierliche Preisverleihung fand am 22. November 2012 in den Lichthöfen des Bundesumweltministeriums in Berlin statt. Bundesminister Peter Altmaier hielt die Eröffnungsrede und überreichte gemeinsam mit Jochen Flasbarth, dem Präsidenten des Umweltbundesamtes, die Preise.

In seiner Rede betonte Bundesumwelt-
minister Peter Altmaier: „Wir haben diesen Wettbewerb initiiert, um aufzuzeigen, welch kreatives Potenzial es gibt, um Produkte ökologisch besser zu machen – und wie sich anspruchsvolles Design, Ästhetik und Umweltschutz vereinbaren lassen. Mein Glück-
wunsch geht an alle Preisträger, die hierfür hervorragende Beispiele zeigen.“



Kategorie Produkt


In der Kategorie Produkt konnten sowohl Sachgüter (materiell) als auch Dienstleistungen, die ein Produkt substituieren (immateriell) oder Produkt-Dienstleistungssysteme eingereicht werden. Auch Beiträge aus dem Textil- und Modedesign fielen in diese Kategorie. Die folgenden acht Projekte wurden mit dem Bundespreis Ecodesign 2012 ausgezeichnet:


Trockensauger T 12/1 eco!efficiency
Alfred Kärcher GmbH & Co. KG
Design: Alfred Kärcher GmbH & Co. KG, Denis Dammköhler

Der Trockensauger T 12/1 eco!efficiency erreicht mit 750 Watt nahezu die gleiche Leistung wie ein 1300 Watt-Gerät und verbraucht dabei 40% weniger Strom. Bis zu 95% der verwendeten Materialien sind recycelbar. Außerdem konnte der Geräuschpegel um etwa 70% gesenkt werden. Kärcher garantiert eine lange Lebens- und Einsatzdauer der Geräte, dies schont zusammen mit der sehr guten Reparaturfähigkeit und einer langjährigen Ersatzteilversorgung Ressourcen.

Jurystatement:
„Kann ein Staubsauger überhaupt ökologisch sein? Fegen und Teppichklopfen ist sicher besser, aber das tut keiner mehr. Darum ist es besonders sinnvoll, wenn Geräte entwickelt werden, die WENIGER verbrauchen. Bei gleicher Leistung benötigt dieses Gerät 40% weniger Strom, verursacht 70% weniger Lärm und ist zu 95% recycelbar. Hervorragend!“ (Nicola Stattmann)

Detailinformationen

Volle Reinigungsleistung mit 750 Watt

Zentraler Aspekt bei Kärcher Produkten ist die Reduzierung des Energieverbrauchs während des Einsatzes bei gleichzeitiger Erhöhung der Reinigungsleistung und Bedienerfreundlichkeit. Aber auch die Reduzierung des Wasserverbrauchs und der Lärmemissionen spielen eine wichtige Rolle, ebenso wie der effiziente Reinigungsmitteleinsatz und die Optimierung der Produkte hinsichtlich Langlebigkeit, Recycling- und Reparaturfähigkeit in Verbindung mit gesicherter Ersatzteilversorgung. Diese Philosophie ist bei Kärcher unter dem Namen eco!efficiency implementiert. Das Familienunternehmen hat eigene, hohe Standards für umweltgerechte Produkte definiert, die für die Entwicklung verbindlich sind. Für jedes Produkt wird bereits in der ersten Entstehungsphase eine Umweltcheckliste erstellt, die alle relevanten Aspekte erfasst und Ziele und Möglichkeiten der Reduzierung von negativen Umweltwirkungen aufzeigt.

Beispielhaft hierfür steht der energiesparende Sauger T 12/1 eco!efficiency von Kärcher. Nur 750 Watt benötigt das besonders energieeffiziente Modell. Dank verbesserter Strömungseigenschaften verbraucht es damit 40 Prozent weniger Energie als Geräte mit vergleichbarer Reinigungskraft – was Umwelt und Stromrechnung zugute kommt und in der Nutzung zu einem um ebenfalls 40 Prozent reduzierten CO2-Fußabdruck führt. Ein weiterer großer Vorteil ist die geringe Lautstärke. Mit nur 56 dB(A) eignet sich der Kärcher-Sauger für geräuschsensible Bereiche und das Reinigen während Geschäftszeiten.

Bei manueller Zerlegung können mehr als 90 Prozent der verwendeten Materialien recycelt und dem Wertstoffkreislauf wieder zugeführt werden. Die Verpackung besteht ausschließlich aus nachwachsenden Rohstoffen sowie aus Recyclingmaterial und kann zu annähernd 100 Prozent wiederverwertet werden. Für Bedienungsanleitungen und Marketingmaterialen wird Recyclingpapier und FSC-Mix-Papier aus nachhaltigen Quellen verwendet. Der Trockensauger T 12/1 eco!efficiency kommt vor allem bei der professionellen Gebäudereinigung in Büros, Altenheimen, Ladengeschäften und Hotels zum Einsatz.

Alfred Kärcher GmbH & Co. KG

Bis es mir vom Leibe fällt
Veränderungsatelier

Das Veränderungsatelier „Bis es mir vom Leibe fällt“ repariert und redesignt Kleidung. Design, Beratung sowie Entwurf und professionelle Schneiderarbeit finden in dem kleinen Geschäft in Berlin statt. Es werden ausschließlich vorhandene Kleidungsstücke und nach GOTS-Kriterien hergestellte Stoffe benutzt. Ein Konzept, das die Wegwerfgesellschaft hinterfragt. Beispiele werden zusammen mit ihrer Geschichte und der ihres Trägers in der Laden-Werkstatt und auf der Internetseite präsentiert.

Jurystatement:
„Wer möchte nicht wachgeküsst werden? Das Veränderungsatelier erweckt im Kleiderschrank Schlafendes wieder zum Leben. Ob Verschlissenes, Vererbtes, Geschenktes, hier wird es aufgepeppt. Wer es noch nicht weiß, lernt en passant: Wahrlich ökologisch ist es, Sachen lange zu tragen. Damit ich es nicht vergesse, habe ich es mir aufs T-Shirt drucken lassen!“ (Dr. Kirsten Brodde)

Detailinformationen
„Reparieren ist vielleicht das einzig wahre Mittel der Veränderung in einer reparaturbedürftigen Welt, weil es ernst nimmt, was ihr materiell gegeben ist und es kreativ mit der jeweiligen Situation in Einklang bringt. Es ist eine Form der Veränderung, die der Einzelne selbst in die Hand nehmen und mit der er sich mit seiner Umwelt ins Einvernehmen setzen kann.“
(Elisabeth Prantner, Geschäftsführerin)

Video zum Atelier

firetube Ofensystem
Firetube GmbH

firetube ist ein modulares Ofensystem im nutzerfreundlichen und zeitlosen Design. Der Ofen ist langlebig, leicht umzurüsten und zu reparieren. Das firetube Vertriebs- u. Nutzungssystem gewährleistet die Rücknahme der Öfen und die hundertprozentige Wiederverwendung der Bauteile. Jeder Ofen kann sortenrein demontiert und zu 100% recycelt werden. firetube verzichtet auf chemische Oberflächenbeschichtung, Oberflächen werden mit natürlichen Ölen fixiert und mit wasserlöslichen Lacken behandelt. Zusätzlich unterbietet der Ofen die Grenzwerte der Feinstaubemissionen der 2. Stufe der Richtlinie BlmSchV.

Jurystatement:
„Das minimalistische Design überzeugt durch Modularität und Klarheit. Im Konzept werden alle Stationen des Produktlebenszyklus bedacht bis hin zum Rücknahmesystem. Die Verwendung von wasserlöslichem Lack ist ein wichtiger Umweltvorteil. firetube vereint durchdachte Umweltstrategie mit Ästhetik, Qualität und Innovation.“ (Prof. Günter Horntrich)

Detailinformationen

Axel Schmitz, firetube-Erfinder, Firmengründer und kreativer Kopf, über …

… Ecodesign: Ecodesign ist die konsequente Weiterentwicklung des nie wirklich zu Ende gedachten Recycling-Gedankens – denn beim Recycling werden zu viele Ressourcen und Energien verbraucht. Unsere Produkte sind so gut, dass sie gar nicht recycelt werden müssen: mindestens 95 Prozent des Materials werden als Baugruppen wiederverwendet und fließen als technischer Nährstoff zurück in die Produktion – die zweite Ofengeneration wird also mit wesentlich weniger Energieaufwand produziert. Ziel ist es, durch quasi „unkaputtbare“ Produkte den Wegwerf-Gedanken aus den Köpfen der Menschen zu vertreiben.

… ökologische Kriterien: Wir wollten von Anfang an ein absolut hochwertiges Produkt herstellen – nicht die Quantität stand im Fokus, sondern die Qualität. Wir entschieden uns deshalb, unsere Öfen nach hohen handwerklichen Standards zu fertigen. Die Materialität unserer Öfen erlaubt ein Sandtrahlen – eine absolute Voraussetzung, um anschließend umweltfreundliche Wasserlacke verwenden zu können. Noch einen Schritt weiter gehen wir mit der Natural Surface Line: Hier werden die Oberflächen nicht lackiert und setzen mit der Zeit eine einzigartige, rostige Patina an – jeder Ofen wird so zum Unikat.

… Schwierigkeiten: Unsere Ideen stießen anfangs nicht immer auf offene Ohren – neue Techniken sind immer erklärungsbedürftig. Wir haben festgestellt, dass es keinen Sinn macht, die Menschen zu etwas zu überreden – man muss sie vom Sinn überzeugen. Dann lassen sie sich auch dafür begeistern.

… Erfolgserlebnisse: Der schönste Erfolg für mich ist zu sehen, dass unser Produkt ankommt. Wir reden heute mit unseren Kunden nicht mehr über Abgasverordnungen, sondern über Produktphilosophien. Durch die hohe Qualität und die Modularität unserer Öfen eröffneten sich uns völlig neue Vertriebschancen – unsere Kunden können firetube-Öfen beispielsweise mieten, zudem geben wir eine Rückkauf-Garantie auf jeden einzelnen Ofen. So konnten wir völlig neue Kundenkreise erschließen.

firetube- made in Germany und fürs Leben

Nachbarschaftsauto - Internetplattform
Nachbarschaftsauto PCS GmbH
Design: Jenny Kapteyn Design

Nach dem Prinzip „Nutzen statt Besitzen“ macht die Internetplattform Nachbarschaftsauto das private Leihen und Verleihen von Autos einfach und sicher. Verleiher können auf der Internetplattform ihr Auto kostenlos einstellen, der Leiher kann dort einfach buchen. Der Nachbarschaftsauto-Vollversicherungsschutz wird hierbei automatisch abgeschlossen.

Jurystatement:
„Ein gutes Projekt zum Konzept ‚Teilen statt Besitzen‘ – mit überzeugender Internetseite. Das Prinzip Car-Sharing ist nicht neu, aber die Umsetzung von Nachbarschaftsauto schon. Das bringt Carsharing in die Fläche und aufs Land. Und die Nachbarn zusammen. Da kann man leicht auf das eigene Auto verzichten – das bedeutet geringeren Ressourcenverbrauch und führt auch zu geringerer Nutzung und weniger Pkw-Kilometern. Denn nichts verführt so zum Fahren wie das eigene Auto. Hallo Nachbarn – mitmachen!“ (Dr. Rainer Grießhammer)

Detailinformationen

Die Bereitschaft zum Teilen ist ein grundlegender menschlicher und nachbarschaftlicher Wert. Und zugleich leisten wir uns in Deutschland allein 38 Millionen private Autos, die weniger als eine 1h pro Tag gefahren werden - in aller Regel ausschließlich vom Besitzer. Das ist eine wenig nachhaltige Nutzung von besonders teuren Ressourcen, eine große Verschwendung und ein riesiges Potenzial. Warum ist das so? Was müssen wir tun, um das private Auto-Teilen zu ermöglichen? Diese Fragen haben wir uns 2010 gestellt. Die Herausforderungen waren einerseits das Sicherheitsbedürfnis der Verleiher und andererseits die Unklarheiten über den Prozess allgemein.

Die Lösung, die dabei herauskam hat viel mit Ecodesign zu tun und war eigentlich ganz einfach: Der zentrale Faktor ist eine passende Zusatzversicherung, denn die bestehenden Standard-KfZ-Versicherungen funktionieren nicht beim privaten Verleih. Aber statt eine komplett neue Lösung zu versuchen, haben wir eine neuartige Zusatzversicherung entwickelt, die das Problem aus der Welt schafft. Das war der erste Schritt.

Der zweite Schritt war die Konzeption von einfachen und sicheren Geschäftsprozessen und klaren vertraglichen Regelungen, also dem Design einer Dienstleistung, die es so bisher nicht gab. Durch unser Service-Design schaffen wir einen Prozess für unsere Community, der einfach und sicher ist. Und das obwohl hier einige größere Themen gelöst werden mussten, z.B. die vertragliche Grundlage, Verantwortlichkeiten von Leiher und Verleiher, die Beziehung mit der Versicherung, und das Verfahren im Schadensfall.

Das Ergebnis ist ein funktionierender Markt für das Leihen und Verleihen von privaten Autos. Viele tausend Menschen nutzen Nachbarschaftsauto schon heute. Jeden Tag werden dutzende Autos unter Nachbarn angefragt, gebucht und verliehen.

Ecodesign ist für uns das erfolgreiche Design von Dienstleistung und Geschäftsprozessen für die Ermöglichung von mehr Nachhaltigkeit in der Mobilität. So lassen sich nach unserer Rechnung 4 Millionen Autos allein in Deutschland einsparen!

Nachbarschaftsauto PCS GmbH

RX 70 Hybrid mit Blue-Q
STILL GmbH
Design: TEAMS Design GmbH

Der RX 70 Hybrid ist der erste Serien-Dieselstapler, der nach dem Prinzip von Energierückgewinnung und elektrischer Kraftübertragung arbeitet. Durch die Kombination zweier Energiespeichersysteme ist der Antrieb des RX 70 Hybrid sowohl kraftvoll als auch sparsam. Die Rückspeisung der Bremsenergie und die effiziente Nutzung des Verbrennungsmotors setzen Energiepotenziale frei. Dies spart zusätzlich 20% des Kraftstoffes. Geringe Motordrehzahlen reduzieren die Geräuschemissionen auf ein Minimum. Die nutzerfreundliche Gestaltung erlaubt ein sicheres und effizientes Arbeiten.

Jurystatement:
„RX 70 ist der weltweit erste Hybridstapler, der in Serie produziert wird. Der Stapler nutzt ‚geschenkte‘ Energie, die beim Bremsen anfällt und setzt sie beim Beschleunigen wieder ein. Dadurch wird der Kraftstoffverbrauch deutlich reduziert. Geringerer Energieverbrauch bedeutet auch geringere CO2-Emissionen. Doch nicht nur Effizienz und Umweltverantwortung machen das Produkt preiswürdig, auch seine nutzerfreundliche Gestaltung hat uns überzeugt. Mein Gesamturteil: Absolut innovativ.“
(Jochen Flasbarth)


ON
Wilkhahn Wilkening + Hahne GmbH & Co.KG
Design: wiege Michael Englisch, Anne-Katrin Sieferer

Der Bürostuhl ON ist mit seiner sesselartigen Konzeption ein einladender Bürostuhl, der ein dreidimensionales Bewegungssitzen ermöglicht. Die Trimension®, eine patentierte Sitzmechanik, aktiviert den gesamten Organismus zu natürlicher und entspannter Bewegungsvielfalt und beugt Rückenschmerzen vor. Eine breite Modell- und Ausstattungspalette bietet eine hohe Individualisierung im Design. ON lässt sich einfach zerlegen und die Einzelteile leicht austauschen und reparieren. Diese sind weitgehend sortenrein und können in lokale Kreisläufe zurückgeführt werden. Nach der Nutzung lässt sich ON zu 97% recyceln.

Jurystatement:
„Leichtbau, Komponenten-Reduzierung, Materialwahl, Verarbeitung, Recycling, Energieverbrauch, Modularität und Langlebigkeit – all diese Themen sind für die Entwicklung von ökologischen Produkten von großer Bedeutung. Wenn sie konsequent bedacht und entwickelt werden und außerdem noch bessere Funktionen bzw. Komfort entstehen, dann kann man von einem besonders guten Produkt sprechen. Der Wilkhahn Wilkening+Hahne GmbH+Co.KG ist dies mit dem Bürostuhl ON gelungen.“ (Nicola Stattmann)

Detailinformationen

Wilkhahn: ecodesign als Qualitätsfrage

Als wir ab Mitte der 1950er Jahre mit der Hochschule für Gestaltung in Ulm kooperierten, hatte uns bereits deren Gründungsmanifest fasziniert: „Ziel ist es, dauerhafte Güter zu produzieren, deren Gebrauchswert zu erhöhen und die Verschwendung zu reduzieren.“ 40 Jahre vor dem ersten, noch verheißungsvollen Umweltgipfel in Rio de Janeiro waren hier die wichtigsten Grundlagen für ecodesign formuliert worden:

  • die Qualität und Langlebigkeit der Produkte als wichtigste Schlüssel für einen verantwortlichen Umgang mit Ressourcen,
  • die Sinnhaftigkeit neuer Produkte durch einen echten, innovativen Mehrwert im Gebrauch,
  • die Effizienz im Materialeinsatz durch intelligente Konstruktionen und abfallarme Produktionsprozesse.


Heute fassen wir diese qualitativen Prinzipien bei Wilkhahn unter „Responsible Furniture“ zusammen. Wir haben als vierte Stufe die Zielsetzung der Kreislaufführung der Materialien ergänzt sowie als fünftes Prinzip die sozialökologische Verantwortung über den gesamten Lebenszyklus hinweg.

Wir beobachten allerdings mit Unbehagen die allgemeine Tendenz, Umweltverträglichkeit vor allem über die eingesetzten Materialien und Konstruktionsprinzipien zu bewerten. Ein schlechtes und überflüssiges Produkt bleibt aber schlecht und überflüssig, auch wenn es ökologisch korrekt hergestellt wird. Bei begrenzten Ressourcen und einem steigenden Bedarf der wachsenden Weltbevölkerung ist die Frage, wofür Materialien eingesetzt, Energien verbraucht und Emissionen produziert werden, von entscheidender Bedeutung.

Es geht also an erster Stelle darum, das richtige Produkt zu entwickeln, und dann erst darum, dieses Produkt möglichst verantwortungsvoll zu produzieren. Diese qualitativen Bewertungen sind viel schwieriger vorzunehmen und angreifbarer. Am Ende aber zählt, welche Gebrauchsdauer und welche Gebrauchsqualität dem Ressourceneinsatz gegenüber stehen. Zu Qualität als Schlüssel zur Nachhaltigkeit gibt es für uns keine wirkliche Alternative.

Wilkhahn Wilkening + Hahne GmbH & Co.KG


Wilo-Geniax – Das Dezentrale Pumpensystem
WILO SE
Design: mehnert corporate design gmbh & co. kg
Prof. Kurt Mehnert, Jan Eickhoff, Martin Bergner, Julian Witte

Wilo-Geniax ist ein dezentrales Heizungspumpensystem, das eine hohe Heizenergie- und Stromeinsparung ermöglicht. Dank des puristischen Designs integriert sich as Pumpensystem unauffällig in das Wohnambiente. Das modulare System der Designverkleidungen, Bedien- und Steuergeräte ermöglicht dem Nutzer eine werkzeuglose Montage und eine einfache Reparatur.

Jurystatement:
„Wilo-Geniax ist ein dezentrales Heizungspumpensystem, das – verglichen mit einer konventionellen Anlage – durchschnittlich 20% weniger Heizenergie und 50% weniger Strom verbraucht. Während normalerweise eine zentrale Umwälzpumpe für hinreichenden Heizwasserdruck sorgt, kommen bei Wilo-Geniax Miniaturpumpen zum Einsatz, die jede Heizfläche individuell mit Wärme versorgen.“ (Ursula Heinen-Esser)

Detailinformationen

Um sich als erstes Produkt der WILO SE auch auf hohem gestalterischem Niveau in Wohn- und Büroambiente zu integrieren, zeigt sich die Gestaltung von Geniax hochwertig und puristisch. Fließende Formen, der Gegensatz von glänzenden und matten Oberflächenstrukturen, sowie der zweiteilige Aufbau der Komponenten sind die markanten Designmerkmale. Diese ziehen sich konsequent durch die gesamte Produktfamilie - von den je nach Heizkörpervariante variierenden Designverkleidungen der kleinen Pumpen bis zu den Bedien- und Steuergeräten.

Der modulare Aufbau des Systems ermöglicht nicht nur die Mehrfachverwendung von Bauteilen für unterschiedliche Bediengeräte, ebenso wird dem Nutzer ermöglicht, die Verkleidungen ohne Einsatz von Werkzeug auf der Pumpe zu montieren und sie durch unterschiedliche Farbgebungen leicht an das jeweilige Ambiente anzupassen. Durch die intelligent gestaltete halboffene Pumpenverkleidung und die patentierte Kabelaufwicklung kann sogar ein Großteil Material gespart werden.

Der durch das Design gewählte Ansatz der Nachhaltigkeit wird weiter über die Produkteigenschaften zum Kunden transportiert. Durch das innovative Konzept wird im Durchschnitt – verglichen mit einer konventionellen Heizungsanlage - 20% Heizenergie- und 50% Stromeinsparung ermöglicht. Der CO2-Rechner des Bundesumweltamtes ergibt: Bei einem jährlichen Ver¬brauch von 3.200 Liter Heizöl können pro Haushalt 2,2 Tonnen CO2-Emissionen vermieden werden, wenn mit Wilo-Geniax bedarfsgerecht geheizt wird. Das entspricht dem CO2-Ausstoß eines durchschnittlichen PKW mit 11.000 km Fahrleistung. Diese Kombination von herausragenden Produkteigenschaften und hochwertigem Design haben aus einer genialen technischen Idee ein nachhaltiges Gesamtkonstrukt werden lassen.

WILO SE http://www.geniax.de/default.aspx

weber.therm A 200 mit weber.pas AquaBalance Oberputzen
Saint-Gobain Weber GmbH

Das Wärmedämmverbundsystem weber.therm A 200 verbindet Klima- und Gewässerschutz durch die Kombination von mineralischen Dämmplatten und Mörtel mit einem pastösen Strukturputz. Bisher enthalten solche Strukturputze oft Biozide, die vom Regen ins Grundwasser ausgewaschen werden. Das System weber.therm A 200 ist frei von Bioziden. Zudem wirkt das physikalische Prinzip der pas top Technologie im Gegensatz zur Schutzwirkung auswaschbarer Biozide dauerhaft.

Jurystatement:
„Der Putz des Wärmedämmverbundsystems von Saint-Gobain Weber kommt ohne den Einsatz von Bioziden aus. Preiswürdig ist das innovative ‚technische‘ Design – denn der Putz weist das Wasser nicht ab, sondern nimmt es auf und vergrößert die auf der Oberfläche anhaftenden Regen- oder Tautropfen mit Hilfe rein physikalischer Effekte. Dadurch trocknen die Oberflächen schneller. Der ökologische Effekt ist erheblich – für Klima-, Ressourcen- und Gewässerschutz.“
(Ursula Heinen-Esser)

Detailinformationen

Jedes Jahr werden allein in Deutschland mehr als 100 Mio. m² organisch abbindender Fassadenputze verarbeitet, die zum Schutz vor Algen- und Pilzbefall üblicherweise die sogenannten filmbildenden Biozide enthalten. Häufig kommen diese Putze auf Wärmedämm-Verbundsystemen zum Einsatz, die zwar maßgeblich zum Klimaschutz beitragen, die Umwelt aber oft unnötig belasten, da ein Großteil der eingesetzten Biozide mit der Zeit ins Grundwasser ausgewaschen wird.

Mit ihrem Wettbewerbsbeitrag präsentieren die Produktentwickler der Saint-Gobain Weber GmbH ein Wärmedämm-Verbundsystem mit Fassadenputzen, die auch ohne den Einsatz filmbildender Biozide einen hervorragenden Schutz gegen Algen und Pilze bieten. Die Technologie hat das Potenzial, die Gewässerbelastung in Deutschland um mehrere hundert Tonnen Biozide im Jahr zu verringern.

Der Wettbewerbsbeitrag zeigt beispielhaft, wie sich gutes Produktdesign oft auch gegen tradierte Prinzipien behaupten muss. Denn bisher galt die Annahme, dass gerade hoch-wasserabweisend rezeptierte Fassadenputze den besten Schutz gegen Algen- und Pilzbewuchs bieten. Weber.pas top-Fassadenputze aber nehmen Wasser aktiv auf und vergrößern die benetzte Oberfläche innerhalb feiner Kapillarräume. So trocknen Fassaden schneller und bieten Mikroorganismen keinen Nährboden.

So einfach die Wirkweise, so groß war die Herausforderung, diese neue Technologie in einem eher traditionell geprägten B2B Geschäft zu positionieren. Eine Aufgabe an die Produktentwickler war es daher, einen Fassadenputz mit neuer Technologie zu entwickeln, der den bekannten Produkten in Punkto Verarbeitungskomfort und Ästhetik in keiner Weise nachsteht, bzw. diese idealerweise noch übertrifft.

Der Erfolg der Produktlinie bestätigt Weber in dem Bestreben, weiter in die Entwicklung sicherer, ökologischer und gesundheitsfreundlicher Produkte zu investieren. Dabei zeigt der Erfolg auch, dass - neben der stetigen Anwendung neuen Wissens und neuer Materialien – innovatives Produktdesign immer auch eines unbelasteten Blickes auf gewohnte und scheinbar unumstößliche Annahmen bedarf.

Saint-Gobain Weber GmbH

Videolink: http://www.youtube.com/watch?v=Ek59FRXvSuY&feature=player_embedded
Weblink: http://www.sg-weber.de/fassade-wand/erfolgreich-planen/innovationen/weberpas-top-fassadenschutz.html


Kategorie Konzept


In der Kategorie Konzept konnten Konzeptstudien, Modellprojekte und Prototypen eingereicht werden. Die Prototypen sollten bereits Marktreife haben und ihre Einführung auf dem deutschen Markt in absehbarer Zeit erfolgen. Bei den konzeptionellen Arbeiten musste eine realistische Durchführbarkeit des Projektes erkennbar sein. Die beiden folgenden Projekte konnten die Jury überzeugen und wurden mit dem Bundespreis Ecodesign 2012 ausgezeichnet:



COBOC – Muscle Synchronized eCycles
COBOC eCycles

COBOC eCycles ist ein Konzept für ein Pedelec, ein Fahrrad mit elektrischem Motor. Das COBOC eCycle ist mit 13,7 kg deutlich leichter als marktübliche Varianten. Durch das geringe Gewicht verbraucht es weniger Energie und bleibt auch bei leerem Akku agil und sportlich fahrbar. Nicht zuletzt durch sein minimalistisches Design spricht es auch junge Menschen an, die so vom Auto aufs Pedelec umsteigen. Das Bedienkonzept ist intuitiv, die Sensorik passt sich automatisch dem Fahrer an. Das eBike fährt sich dadurch wie ein gewöhnliches, mechanisches Fahrrad – nur schneller.

Jurystatement:
„COBOC macht ein Pedelec zum sportlichen und gefragten City-Bike! Es ist deutlich leichter als die marktüblichen Varianten. Die Technik ist unauffällig verbaut und die Batterie sauber versteckt. Dafür lässt man das Auto im Stadtverkehr sicher gerne stehen!“ (Werner Aisslinger)

Detailinformationen

Was versteht COBOC unter Ecodesign?
Sind Solarzellen und Windkraftanlagen ökologisch? Ist Bahnfahren ökologisch? Beide Fragen könnte man mit "Nein" beantworten. Denn es wäre wesentlich ökologischer gar keinen Strom zu verbrauchen und keine Bahn zu fahren. "Grüner Strom" wird als ökologisch bezeichnet, weil er die Umwelt im Vergleich zu Strom aus fossilen Brennstoffen schont. Öffentliche Verkehrsmittel verbrauchen weniger Energie als das eigene Auto. Ecodesign bedeutet für uns, dass ein Produkt in seiner Gesamtheit besser zu unserem Planeten ist als seine Alternativen. Damit weisen ökologisch designte Produkte den Weg in die richtige Richtung.

Warum ist Ecodesign wichtig?
Der Bundespreis Ecodesign schafft in der Bevölkerung ein Bewusstsein für Umweltschutz und die Hersteller ökologischer Produkte werden gefördert. Uns als kleines und innovatives Start Up hilft der Preis zum einen beim Marketing, zum anderen zeichnet es natürlich unser Produkt aus und es schafft Vertrauen bei Investoren.

Ökologische Aspekte des COBOC eCycles
Das COBOC eCycle verbraucht sehr wenig Energie. Mit der gleichen Energie, die man bei ein mal warm Duschen verbraucht kann man über 200 km ebiken. Sobald man aufgrund des eBikes sein Auto stehen lässt wird es richtig ökologisch: für 100km mit dem Elektrorad verbraucht man unter einer Kilowattstunde Energie. Ein Auto verbraucht im Vergleich über das vierzigfache.
Unsere Inspiration
Als ehemalige Fahrradkuriere ist das Fahrrad schon seit langem das Verkehrsmittel unserer Wahl. Für die Stadt gibt es kein anderes Fahrzeug, mit der man schneller, gesünder und individueller ans Ziel kommt. Mit unserem Unternehmen COBOC leben wir unsere Leidenschaft. Gleichzeitig haben wir die Chance zukünftige Mobilitätskonzepte mit zu gestalten. Das motiviert!

COBOC eCycles

Velux LichtAktiv Haus
VELUX Deutschland GmbH
Design: Technische Universität Darmstadt - Fachbereich Architektur, Fachgebiet Entwerfen und Energieeffizientes Bauen und Architektenbüro Ostermann

Das LichtAktiv Haus ist ein Siedlerhaus aus den 50er Jahren, das als barrierefreies Nullenergiehaus modernisiert wurde und dabei intelligentes Energiedesign mit hohem Wohnwert verbindet. Die Tageslichtarchitektur versorgt das Gebäude mit viel Licht und frischer Luft. Zugleich wird die benötigte Energie vollständig durch erneuerbare Energien erzeugt. Das LichtAktiv Haus produziert dabei mehr Energie, als von seinen Bewohnern und dem Gebäude selbst verbraucht wird. So wird CO2-neutrales Wohnen im modernisierten Siedlerhaus erstmals möglich.

Jurystatement:
„Das Modellprojekt Velux LichtAktiv Haus zeigt, dass sich Energieeffizienz auch in Altbauten verwirklichen lässt. Ein typisches Siedlerhaus aus den 50er Jahren wird vom ,Klimaschreck' zum ,Klimahelden'. Es deckt seinen gesamten Energiebedarf aus erneuerbaren Energien und erzeugt mehr Energie, als es selbst verbraucht. Die gelungene gestalterische Umsetzung macht es auch für seine Bewohner zu einem Ort, an dem sie sich wohlfühlen können. Dieses Beispiel sollte Schule machen!“ (Jochen Flasbarth)

Detailinformationen

Das Wohnen von morgen bereits heute erleben

Europaweit auf der Suche nach dem Bauen und Wohnen der Zukunft
Für die Reduzierung der globalen CO2-Emissionen spielt die Energieeffizienz von Häusern eine zentrale Rolle, denn Gebäude verursachen 40 Prozent des gesamten Energieverbrauchs. Im Rahmen des Projektes „Model Home 2020“ realisiert VELUX deshalb europaweit sechs Konzepthäuser, die belegen sollen, dass bereits mit den heute verfügbaren Kenntnissen und Baumaterialien CO2-neutrale Gebäude errichtet werden können. Darüber hinaus sollen die Experimente zeigen, dass zukunftsweisende Gebäude beides sein können: energieeffizient und schonend im Umgang mit den natürlichen Ressourcen und zugleich behagliche, attraktive Lebensräume zum Wohlfühlen mit viel Tageslicht und frischer Luft.

Aus Alt mach Neu
In Deutschland hat sich VELUX einer Aufgabe von gesamtgesellschaftlicher Relevanz angenommen, denn in der Bundesrepublik ist etwa die Hälfte der 39 Millionen Wohneinheiten zwischen 30 und 60 Jahre alt und energetisch modernisierungsbedürftig. Um zu zeigen, dass sich zukunftsweisendes Wohnen auch im Bestand umsetzen lässt, wurde hier im Rahmen des Model Home 2020 Experiments ein altes Siedlerhaus aus den 1950er Jahren zum Nullenergiehaus modernisiert. Ein wesentlicher Faktor für das Gelingen des Projektes war dabei von Beginn an die Einbeziehung externer Partnern und Experten. So erarbeitete ein Kompetenzteam aus Architekten, Lichtplanern, Gebäudetechnikern und Wissenschaftlern im Rahmen eines integralen Planungsprozesses eine hinsichtlich Energieeffizienz und Nutzerkomfort optimierte Modernisierungslösung und begleitete die Ausführungs- und Umsetzungsplanung. Heute bietet das LichtAktiv Haus seinen Bewohnern nicht nur höchsten Wohnkomfort mit viel Tageslicht und einem gesunden Raumklima, sondern erzeugt die benötigte Energie inklusive des Haushaltsstroms vollständig durch erneuerbare Energien und macht damit Heizungs- und Stromrechnungen komplett überflüssig.

Wohnexperiment verbindet quantitative und qualitative Forschungsmethoden
Mit dem Einzug von Christian und Irina Oldendorf und ihren beiden Söhnen Lasse und Finn hat im Dezember 2011 der zweite Teil des Experiments begonnen. Als Testfamilie stellen sie das VELUX LichtAktiv Haus zwei Jahre auf die Probe und berichten unter www.lichtaktivhaus.de über ihr Leben im Haus der Zukunft. Besucher finden hier neben Beiträgen über die Erfahrungen mit der Haustechnik auch Berichte über das Wohngefühl der Familie im LichtAktiv Haus. Begleitet wird dieses Wohnexperiment durch ein wissenschaftliches Monitoring, dessen Konzept erstmals quantitative und qualitative Untersuchungsmethoden verbindet. „Wir wollen Erkenntnisse darüber gewinnen, wie eine umweltverträgliche Wohnlösung konzipiert sein muss, die ihren Bewohnern hohen Wohnkomfort bietet – denn schließlich soll das LichtAktiv Haus ein Gebäude sein, das sich den Bedürfnissen der Bewohner anpasst – und nicht umgekehrt“, erklärt Dr. Sebastian Dresse, Geschäftsführer VELUX Deutschland GmbH. So erfassen Wissenschaftler der TU Braunschweig regelmäßig quantitative Daten zu Energieerzeugung und -verbrauch sowie zu Temperatur, relativer Luftfeuchtigkeit und CO2-Konzentration im Gebäude. Parallel hierzu erfasst ein interdisziplinäres Team aus Architekten und Soziologen der TU Darmstadt und der Humboldt-Universität zu Berlin die bisherigen Erfahrungen der Testfamilie im Rahmen von Interviews und Onlinebefragungen. So kann ein direkter Bezug zwischen dem persönlichen Wohn- und Wohlfühlgefühl der Testfamilie und den quantitativen Messwerten hergestellt werden.

Gewonnene Erkenntnisse als Basis für zukünftige Konzepte
Die Ergebnisse dieses Wohnexperiments werden mit den Erkenntnissen der anderen Konzepthäuser zusammengeführt, sodass eine europäische Plattform für wissenschaftliche Forschungsaktivitäten im Bereich nachhaltigen Wohnens entsteht. Zudem stehen alle Pläne und Informationen zum LichtAktiv Haus unter www.velux.de/lichtaktivhaus zur Verfügung und zwei zusätzliche Modernisierungs-Varianten zeigen, wie ein altes Siedlerhaus auch mit geringerem Budget in ein energieeffizientes und modernes Eigenheim verwandelt werden kann.

Velux Deutschland GmbH

Broschüre zum Download: http://www.velux.de/de-DE/Documents/PDF/Broschueren/VELUX_Broschuere_LichtAktivHaus_WP830.pdf
Video zu den unterschiedlichen Projektphasen: http://www.youtube.com/playlist?list=PL4137307CA69561BF&feature=plcp
Blog der Testfamilie: http://www.lichtaktivhaus.de/
Hintergrundinformationen zum Konzept: http://www.velux.de/lichtaktivhaus/


Kategorie Nachwuchs


In der Kategorie Nachwuchs konnten sich Studierende an deutschen Designhochschulen und junge Gestalterinnen und Gestalter, deren Studienabschluss nicht länger als drei Jahre zurückliegt, mit Produkten oder konzeptionellen Arbeiten bewerben. Das Projekt .eco wurde mit dem Nachwuchspreis ausgezeichnet, drei weitere Projekte erhielten eine Anerkennung.


.eco (Preisträger)
Christian Ehni, Timo J. Schillings | Duale Hochschule Baden-Württemberg Ravensburg
.eco

Die Domain .eco ist ein Konzept zum Stromsparen im Internet, das Daten kurzer Aktualität mit einem Haltbarkeitsdatum versieht. Das spart Speicherplatz auf den Servern und reduziert den Stromverbrauch. Beispielhaft an Facebook ausprobiert, kann die neue Domain auch auf anderen Internetseiten angewandt werden, da .eco design- und konzeptunabhängig vom Netzwerk funktioniert.

Jurystatement:
„Strom sparen im Internet durch Reduktion von Datenmüll ist das vorausschauende Konzept von .eco. Kurzzeitig aktuelle Daten werden mit einem sogenannten Haltbarkeitsdatum versehen und dadurch unnützer Datenwachstum verhindert. .eco schafft Bewusstsein und sensibilisiert den Nutzer für die ökologischen Auswirkungen von Datenspeicherung.“ (Prof. Günter Horntrich)


best before ... Visualisierung der Mindesthaltbarkeit (Anerkennung)
Dane Smith-Horn, Viola Wengler, Vasiliki Corakas
Hochschule für Gestaltung Offenbach

best before … ist ein doppelwandiger Joghurtbecher aus Kunststofffolie. Seine Stabilität erhält der Becher durch Druckluft zwischen beiden Folien. Joghurt wird häufig nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums weggeworfen, ohne dass die Verpackung überhaupt geöffnet wurde. Dabei sind Lebensmittel oft noch nach dem vorausgesagten Verfallsdatum genießbar. best before … visualisiert den „echten“ Verfallszeitpunkt des Joghurts und wirkt so der Lebensmittelverschwendung entgegen.

Jurystatement:
„Der Umgang mit Lebensmitteln ist ein wichtiges ökologisches Thema, das hier konzeptionell gut angegangen wird. Die Verpackung zeigt, ob der Joghurt noch essbar ist. Dass dies durch einen pneumatischen Körper funktioniert, ist innovativ und klug durchdacht. Eine umsetzungswerte Alternative fürs Kühlregal!“ (Werner Aisslinger)

Detailinformationen

Jedes Jahr wirft eine vierköpfige Familie in Deutschland durchschnittlich sechs prallgefüllte Einkaufswägen an Lebensmitteln weg. Oft führen vorgegebene Verpackungsgrößen und der falsche Umgang mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum zu einer unnötigen Verschwendung von Lebensmitteln.

Unsere eigene Recherche, die uns zu Abfällen von Supermärkten führte, machte uns deutlich, wie viele noch essbare Lebensmittel tatsächlich weggeworfen werden. Sollte doch eigentlich Wert auf möglichst lange Haltbarkeit gelegt werden, desto erschreckender, dass wir in den Supermarktabfällen jede Menge frisch aufgeschnittenes Obst fanden. Zudem entdeckten wir einige Lebensmittel mit unbeschädigten Verpackungen, deren Mindesthaltbarkeitsdatum noch weit voraus lag.Allerdings ist es schwierig in Prozessketten der Supermärkte einzugreifen.In einer Zeit, in der ökologisches Denken und Handeln immer mehr an Bedeutung gewinnt, sehen wir die Möglichkeit durch unser Design den Endverbraucher zu erreichen. Ihm soll nachhaltiges Handeln nahe gelegt und vereinfacht werden.

Mit best before... fanden wir eine Lösung, die den Verzehr des Joghurts bis zum Zeitpunkt des realen Verderbens und der Ungenießbarkeit ermöglicht. Best before... bringt die Philosophie der Ressourcenschonung und der ökologischen Verantwortung, sowie den bewussten Umgangs mit Lebensmitteln zum Ausdruck. Der Joghurtbecher ist nicht nur in seiner Materialität transparent. Er ermöglicht den Einblick auf den Inhalt, visualisiert die Haltbarkeit und ist außerdem in den ökologischen Kreislauf zurückführbar.

Dane Smith-Horn, Viola Wengler, Vasiliki Corakas

Pfandring (Anerkennung)
Paul Ketz | ecosign/Akademie für Gestaltung
Pfandring

Der Pfandring ist eine Zusatzhalterung für Mülleimer im öffentlichen Raum für Pfandflaschen und Pfanddosen. Passanten können ihr Leergut guten Gewissens im Pfandring abstellen und Pfandsammler müssen nicht unwürdig in die Mülleimer greifen. Flaschen und Dosen bleiben im Recyclingkreislauf. Die Gestaltung ist funktional und erhält durch die Farbgebung Signalwirkung.

Jurystatement:
„Mit dem Pfandring wird die sonst weggeworfene Flasche zum Geschenk – für die, die es wirklich brauchen. Ein alltägliches Problem wird durch einfaches additives Design überzeugend gelöst. Der Pfandring ist der Trauring für Ökologie und Soziales. In der ersten Phase kann er nachträglich an die Hundertausende Sammelbehälter angebracht werden, die bereits eingesetzt werden. Mittelfristig kann er gleich bei der Produktion in neue Sammelbehälter integriert werden.“ (Dr. Rainer Grießhammer)

Detailinformationen

Schon vor längerer Zeit habe ich mich daran gestoßen, dass Menschen auf das Sammeln von Flaschen angewiesen sind, die andere wegwerfen. Der erste Schritt in diesem Bereich als Gestalter aktiv zu werden, war der Übergang vom bloßen Sehen oder Beobachten, zum Fühlen und Verstehen. Einen genauen Moment der Erleuchtung gab es nicht, das Thema ließ mich aber nicht wieder los - also habe ich überlegt, wie es mir in meiner Position möglich sein könnte, den Kreislauf der bisher nicht wirklich einer ist, runder zu machen und darüber hinaus ein Zeichen für ein besseres Miteinander zu setzen. Das Pfandsammeln ist zu einem kleinen Wirtschaftszweig geworden und Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen sammeln. Der erste Prototyp hing Ende 2011, ich habe Passanten beobachtet, Pfandsammler befragt und die Form immer weiter optimiert.
Durch den Pfandring können Passanten ihr Leergut guten Gewissens abstellen und Pfandsammler müssen nicht unwürdig in die Mülleimer greifen. Flaschen und Dosen bleiben im Recyclingkreislauf und werden nicht mehr verbrannt. Weniger Kosten, weniger CO2-Ausstoß durch weniger fälschlich verbrannte Wertstoffe. Geringerer Reinigungsaufwand für die Stadt.

Nachhaltigkeit ist für mich gleichermaßen Haltung und Selbstverständlichkeit. Mir als Gestalter muss bewusst sein was ich warum tue oder lasse. Ich halte vor allem auch Spaß als wichtigen Bestandteil von Nachhaltigkeit, denn was in irgendeiner Weise Spaß bereitet, kann sich ungezwungen durchsetzen.

Ein Video das den Pfandring in Aktion zeigt und weitere Projekte und Produkte von mir, sind auf http://www.paulketz.de/ zu finden. Neuigkeiten zum Pfandring plaudere ich hier aus: http://www.facebook.com/pfandring

Paul Ketz

Pullover Juri und Walentina (Anerkennung)
Valentin Schmitt, Lars Nüthen | Bauhaus Universität Weimar
recyclist_workshop

recyclist_workshop ist ein Label für nachhaltig und fair produzierte Mode. Die Pullover Juri und Walentina werden maßgeblich aus einem Gewebe recycelter Textilfasern hergestellt und durch Details wie Fahrradkettenteile ergänzt. Hohe Qualität und anspruchsvolles Design werden unter der Verwendung von Recyclingprodukten verbunden. Die Pullover können ohne großen Aufwand und spezielle Trennverfahren dem Recyclingkreislauf wieder zugeführt werden. Vom Abfall als Rohstoff über umweltfreundliche Verpackung bis hin zu lokaler Wertschöpfung werden wichtige Aspekte des Ecodesigns umgesetzt.

Jurystatement:
„Überzeugt Auge und Gewissen. Schönes studentisches Konzept zum Recycling. Urbanes Design mit kleinen, feinen Details wie Fahrradkettengliedern an der Kapuze. Um die Ecke produziert und im grünen Conceptstore verkäuflich.“ (Dr. Kirsten Brodde)

Detailinformationen

Nachhaltiges Denken und Handeln stellen, angesichts schwindender Rohstoffe und einer über ihren Zenit belasteten Umwelt, die gegenwärtige und zukünftige Gesellschaft vor größte Herausforderungen. Aus diesem Grund widmet sich recyclist_workshop der Entwicklung und Produktion von nachhaltigen Produkten. Möchten Sie mehr über unser Projekt erfahren, dann besuchen Sie unsere Homepage: http://www.recyclistworkshop.de

Valentin Schmitt, Lars Nüthen


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