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»Das Projekt „Alte Sorten“ von Jana Hoffmann hat die Jury sowohl gestalterisch, als auch inhaltlich überzeugt. Das Aufstellersystem informiert Kunden in Läden oder auf Messen über alte Gemüsesorten und motiviert zum Eigenanbau. Es zeigt die Vielfalt pflanzlicher Ernährung, die einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leistet und regt zum Nachdenken über den eigenen Beitrag an, den Verlust der biologischen Vielfalt zu stoppen.«

Dr. Bettina Rechenberg

Drei Fragen an Jana Hoffmann

Wie ist die Idee zu Alte Sorten entstanden?
Die Idee meiner Arbeit entstand während eines Vortrags zum Thema „preserve“. Dort wurde unter anderem ein Bunker in Spitzbergen vorgestellt, in dem eine große Anzahl an Saatgut aus der ganzen Welt lagert. In meiner darauffolgenden Recherche bin ich auf eine unglaubliche Vielfalt von mir bis dato unbekannten Sorten, den Alten Sorten, wie zum Beispiel Cardy, Knollenziest oder Melde gestoßen. Diese samenfesten Sorten wurden im Zuge der Industrialisierung zum größten Teil durch Hybridsaatgut ersetzt.

Was war Ihr persönlicher Höhepunkt im Entwicklungsprozess von Alte Sorten? Gab es einen Tiefpunkt?
Den persönlichen Höhepunkt meines Projektes erlebte ich tatsächlich ganz am Ende: Als sich nach 10 Tagen mit bis zu 14 Stunden Arbeit pro Tag in der Buchbinderei alle Einzelteile zu einem Gesamtbild fügten und ich erkannte, dass alles so funktioniert, wie ich es geplant hatte, war das ein unfassbares Gefühl. Tiefpunkte gab es einige, so erwies sich zum Beispiel die Bearbeitung der Pappwabenplatte viel komplizierter als erwartet, da musste ich kreativ mit den Gegebenheiten der Hochschulwerkstatt umgehen.

Wo sehen Sie Ihr Projekt in den nächsten fünf Jahren?
Mich würde es sehr freuen, wenn ich mit meiner Arbeit einen Beitrag zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt leisten kann, die so wichtig für ein funktionierendes Ökosystem ist. Ich möchte möglichst viele Menschen von den ursprünglichen Geschmacksrichtungen alter Sorten überzeugen, die uns das normale Supermarktgemüse nicht bieten kann. Ich wünsche mir ein 2025, in dem eine Vielfalt an samenfestem Gemüse in den Supermärkten Einzug nimmt; damit wir wieder selbst bestimmen, was auf unseren Tellern landet.