Preisträger 2016


Insgesamt acht Preisträger wurden in diesem Jahr mit dem Bundespreis Ecodesign ausgezeichnet. Prämiert wurden innovative Produkte und Konzepte aus den Bereichen Architektur, Heiztechnik, Mobilität, Mode und Meeresreinigung.

Im Rahmen der feierlichen Preisverleihung am 28. November 2016 im Bundesumweltministerium in Berlin, ehrten Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und UBA-Präsidentin Maria Krautzberger die acht herausragendsten Einreichungen.



Kategorie Produkt


In diesem Jahr wurden vier Projekte mit dem Bundespreis Ecodesign in der Kategorie Produkt ausgezeichnet. Bewerben konnten sich für diese Wettbewerbskategorie Produkte aus allen Designsparten und Branchen, die auf dem deutschen Markt erhältlich sind sowie Prototypen mit Marktreife.

Der regenfeste Mantel ALL WEATHER COAT besteht aus reiner Bio-Baumwolle. Für seine Herstellung werden sogenannte extralange Stapelfasern gesponnen, gezwirnt und in höchstmöglicher Dichte verwoben. Ohne Einsatz von chemischen Substanzen entsteht so eine atmungsaktive und zugleich wasserabweisende Struktur. Verschleißteile können einfach ersetzt werden.

Jurystatement:
„Gerade bei Outdoorbekleidung spielt die Verwendung von Chemikalien bisher noch eine große Rolle. Der All WEATHER COAT verfolgt einen alternativen Ansatz: er ist aus Biobaumwolle gefertigt und bietet dank einer speziellen Webetechnik trotzdem die Eigenschaften einer Funktionsjacke. Auch wurde beim Design darauf geachtet, dass Verschleißteile leicht ersetzt werden können. So kann der Mantel lange genutzt werden, was zur Ressourcenschonung beiträgt. Der Mantel überzeugt auch ästhetisch. Und das ist schließlich die Voraussetzung dafür, dass ein Kleidungsstück lange getragen wird!“
Rita Schwarzelühr-Sutter

Detailinformationen

"Es gibt für uns wie’s aussieht nur einen bewohnbaren Planeten, und viele Ressourcen sind endlich. Es liegt an jedem Einzelnen sorgsam mit diesen umzugehen. Da sehen wir uns als Gestalter und Unternehmer genauso in der Pflicht.

Wir haben ökologische Kriterien auf verschiedenen Ebenen in unsere Arbeit integriert. Eine Jacke ist für uns als Taschen-Brand an sich Neuland – ein guter Mantel ist im Alltag moderner Individuen aber genauso unerlässlich wie eine gute Tasche und so sind wir mit denselben Anforderungen an die Entwicklung herangegangen. Unser Allweather Coat sollte sowohl bei der täglichen Radfahrt zur Arbeit überzeugen, wie auch danach beim Afterwork-Cocktail. Und dies bei jedem Wetter. Das aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellte CottonShell®-Material bildet die ideale Basis, obwohl es sehr teuer ist. Durch eine simple Konstruktion, bei der die Verschleißteile einfach ersetzt werden können, konnten wir die Herstellungskosten verhältnismässig tief, und die Langlebigkeit hoch halten. Das Design unterstreicht diese Aspekte und macht unser Produkt zeitlos, langlebig und ressourcenschonend.

Wenn man neue Wege geht, sind Schwierigkeiten vorprogrammiert. Die spezielle Armloch-Konstruktion funktionierte lange nicht wie gewollt, und einige Ideen ließen sich in der Produktion nicht umsetzen. Generell war es sehr schwierig, unsere Qualitätsansprüche in der Manufaktur durchzusetzen, doch da haben unsere Kollaborateure von D.N.S. letztlich große Arbeit geleistet. Umso mehr hat sich das ganze Team sehr gefreut, dass die erste Serie dann schnell ausverkauft war.

Wir wünschen uns, dass Ecodesign in Zukunft selbstverständlich wird. Dass «Design» immer auch «Eco» ist – und dass es keinen separat ausgelobten Preis dafür braucht." (QWSTION international GmbH)

Produktvideo

Climatex Collection
Climatex AG

Die Stoffe der Climatex Collection sind temperatur- und feuchtigkeitsregulierend: Sie wärmen bei Kälte und kühlen bei Hitze. Sie sind schwer zu entzünden, langlebig und reißfest. Die neue Gewebetechnologie verbindet Natur- und Kunstfasern und ermöglicht gleichsam ihre sortenreine Trennung. Die Textilien sind sowohl Cradle-to-Cradle-Gold- als auch nach Ökotex-Standard zertifiziert. Sie finden unter anderem Anwendung in den Bereichen Gesundheit, Interieur, Mode sowie Transport.

Jurystatement:
„Intelligente Innovation, bei der sich Gewebetechnologie und Materialmix zu einer Funktionalität verbinden, die einen wahren Mehrwert und Komfort im Gebrauch bietet. Dazu sicher für die Umwelt durch die Positivdefinition aller Inhaltsstoffe, umfassend kreislauffähig und transparent über die gesamte Lieferkette. Absolut vorbildlich in jeder Hinsicht.“
Prof. Friederike von Wedel-Parlow, Magdalena Schaffrin

Detailinformationen

"Climatex steht für klimatisierende und kreislauffähige Textilien. Die innovative Technologie ist einzigartig im Markt. Climatex Stoffe sind Cradle-to-Cradle zertifiziert. C2C ist ein weltweites System für Entwicklung und Zertifizierung nachhaltiger Wirtschaftlichkeit. Climatex übernimmt konsequent die Verantwortung für die Nutzungsqualitäten seiner Produkte, für die sozialen Zusammenhänge der Produktion sowie für die Umwelt.

Die Erfindung der Textilen Schraube bildet den Schlüssel zur Climatex Technologie. Sie verbindet Natur- und Kunstfasern durch spezifische Weise zu einem Kraftpaket mit außergewöhnlichen Effekten. Die Textile Schraube kann durch einen weltweit industriell etablierten Prozess gelöst werden und sichert so die sortenreine Trennung und Rückführung in die biologischen und technischen Kreisläufe. So erzeugt Climatex seine eigene Zukunft.

Climatex Textilien unterscheiden sich in ihrer Wirkung grundsätzlich von allen Textilien. Die innovative Gewebetechnologie verantwortet die Regulierung von Feuchtigkeit und Temperatur, die besondere Flammhemmung, extreme Festigkeit und Langlebigkeit. Temperatur regulierend, reduzieren Climatex Stoffe die Energiekosten. Sie vermitteln das Gefühl wohliger Wärme oder kühlender Frische je nach Jahreszeit.

Die außergewöhnlichen Eigenschaften empfehlen Climatex für intelligente Anwendungen in Interieur, Office, Health Care, Automotive, Transportation, Bekleidung, Schuhe und mehr."
Climatex AG

"Die Energie der Climatex Innovation trägt uns in Zukunftsbranchen von der Mobilität über Healthcare bis hin zu Fashion. Ein sparsames Auto wird künftig mit Climatex Bezügen ausgestattet sein, um Energieaufwand zu minimieren. Die giftfreien Textilien erlauben sensible Nutzungen auf der Haut. Oder die Fashion Industrie, die mit untrennbaren Materialmixen und chemischen Veredelungen riesige Müllmengen erzeugt. Alle diese Branchen profitieren von unserem Know-how und wir wachsen gemeinsam rasant."
Andreas Heydasch, Geschäftsführender Gesellschafter der Climatex AG

Cool Coatings
BASF Coatings Division

Der Automobillack Cool Coatings reflektiert die wärmende Infrarotstrahlung des Sonnenlichts. Damit kann die Temperatur der Karosserie um bis zu 20 °C, die des Innenraums um bis zu 4 °C gesenkt werden. Durch das passive Temperaturmanagement kann Energie für die Klimatisierung gespart werden. Neue Farb- und Effektgebungen unterstreichen die Funktionalität des Lacks.

Jurystatement:
„Im Hochsommer steigt niemand gerne in ein aufgeheiztes Auto. Die Klimaanlage wird gleich aufs Maximum hochgefahren. Die von BASF entwickelten Lacke sorgen für 20 °C weniger auf der Karosserie und 4 °C weniger im Innenraum – das spart Kraftstoff und CO2-Emissionen. Es gibt sie in einem breiten Farbspektrum mit warmen und kühlen Farbtönen.“
Werner Aisslinger


Hackgutvergaser PuroWIN
Windhager Zentralheizung GmbH

PuroWIN ermöglicht ein nahezu emissionsloses Heizen. Bei der Verbrennung des Hackguts entsteht deutlich weniger Feinstaub: Der Wert konnte auf unter 1 mg/MJ reduziert werden. Ein flexibles Saugsystem transportiert die Holzschnitzel in den Brennkessel. Dadurch müssen Brennstofflager und Kessel nicht mehr räumlich aneinander grenzen. Kostenintensive Umbauarbeiten werden damit hinfällig.

Jurystatement:
„Der Hackgutvergaser PuroWIN von Windhager begegnet gleich zwei üblichen Schwachstellen von Hackgutanlagen. Zum einen führt die neu entwickelte Verbrennungstechnologie zu enorm verringerten Feinstaubemissionen, zum anderen ist er so gestaltet, dass das Hackgut nicht direkt neben dem Kessel gelagert werden muss, was den Einbau in mehr Gebäuden als bisher ermöglicht.“
Andreas Detzel

Detailinformationen

"Trendsetter bei erneuerbaren Energien
Die firmeneigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung spielt in der Windhager Erfolgsgeschichte eine sehr große Rolle. Windhager ist es immer wieder gelungen, Heizungstrends mitzugestalten und Lösungen zu entwickeln, die sowohl in ökonomischer als auch in ökologischer Hinsicht richtungsweisend sind. Beispielsweise hat der Salzburger Heizexperte die Bedeutung der erneuerbaren Energien schon sehr frühzeitig erkannt. Bereits Ende der 90er Jahre brachte Windhager seinen ersten vollautomatischen Pelletskessel, den PMX auf den Markt.

Optimistisch in die Zukunft
Der hohe Qualitätsanspruch, der ständige Drang nach Innovationen sowie kompromisslose Kundenorientierung sind die Basis für den Erfolg des Salzburger
Traditionsunternehmens Windhager. Firmenchef Gernot Windhager blickt daher zuversichtlich in die Zukunft: „Vor dem Hintergrund des wachsenden Energie- und Umweltbewusstseins wird die Nachfrage nach effizienten, hochwertigen Heizsystemen in den nächsten Jahren weiterhin steigen. Mit unserer Konzentration auf die zukunftssicheren, erneuerbaren Energien und unserer konsequenten Strategie, den Kundennutzen in den Mittelpunkt zu stellen, schaffen wir die Voraussetzung für eine erfolgreiche Zukunft des Unternehmens“ ist Windhager überzeugt.

Windhager revolutioniert das Hackgut Heizen
Mit dem PuroWIN setzt Windhager jetzt neue Maßstäbe beim Heizen mit Hackgut. Der Kessel überzeugt mit einzigartig sauberer Verbrennung und kann Hackgut erstmals serienreif auch saugen. Für diese innovative Heizlösung wurde Windhager mit dem Energy Globe und dem PlusX Award ausgezeichnet.
Das Heizen mit Hackgut ist vor allem im landwirtschaftlichen wie im gewerblichen Bereich verbreitet. Besonders sauber und komfortabel wird das Hackgut Heizen mit dem neuen Hackgutvergaser PuroWIN von Windhager. Der Kessel überzeugt durch eine äußerst emissionsarme, fast staubfreien Verbrennung und setzt dank neuer Technologien auch Maßstäbe bei Komfort und Betriebssicherheit. Windhager wurde für seinen neuen Hackgutvergaser daher mit dem Energy Globe dem Plus X Award sowie dem Salzburger Wirtschaftspreis ausgezeichnet." (Windhager Zentralheizung GmbH)

Produktvideo


Kategorie Konzept


In dieser Wettbewerbskategorie werden zukunftsweisende Designstudien sowie Modellprojekte ausgezeichnet. Der Preisträger des Jahres 2016 in der Kategorie Konzept ist ein innovatives Modellprojekt:


Bionische Trennwand
Airbus Operations GmbH

Die Bionische Trennwand von Airbus ist 45% leichter als herkömmliche Trennwände für Flugzeuge. Durch die Gewichtsreduktion kann die CO2-Emission pro Flugzeug jährlich um 10 Tonnen verringert werden. Das Design basiert auf generativen Gestaltungs- und Fertigungsverfahren sowie auf der Entwicklung eines eigenen, leichten Legierungsmaterials. Dank der additiven Produktion und des modularen Aufbaus lassen sich die Trennwände auch in bestehende Flugzeugkabinen einbauen. Einzelne Komponenten können bei Bedarf einfach ersetzt werden. Das verwendete Material ist komplett rezyklierfähig.

Jurystatement:
„Airbus zeigt mit der Bionischen Trennwand in beispielhafter Weise auf, welche Möglichkeiten generative Fertigung bietet. Im Flugverkehr bedeutet die erreichte Gewichtsreduktion um 45% eine enorme Kraftstoffersparnis. Die astähnlichen Strukturen bieten einen Ausblick auf das formalästhetische Potential der topologischen Optimierung.“
Prof. Matthias Held



Kategorie Nachwuchs


Die Kategorie Nachwuchs vereint Projekte aller Designsparten und bietet eine Ausblick auf innovative zukunftsweisende Projekte. Mit dem Bundespreis Ecodesign Nachwuchs wurden in diesem Jahr drei Projekte ausgezeichnet. Die Nachwuchspreise sind mit jeweils eintausend Euro dotiert.


Breathing Skins
Tobias Becker

Breathing Skins ist eine experimentelle Fassadentechnologie. Sie besteht aus flexiblen Elementen, sogenannten pneumatischen Muskeln, die über Luftdruckänderungen angesteuert werden. Die Fassade reagiert auf äußere Faktoren und bestimmt den Durchlass von Luft, Licht, Schall und Wärme. So kann der energetische Bedarf von Gebäuden gesenkt werden. Das Projekt bietet klimatisch gesunde Räume und ein neues Raumerlebnis.

Jurystatement:
„Breathing Skins ist der Vorschlag einer Fassade, die atmen kann, die sich bewegt und auf ihre Umgebung reagiert. Das ist sehr innovativ gedacht, denn es bedeutet zum Beispiel auch Wärmeschutz nicht als statische Dämmung zu denken. Vielmehr geht es um ein programmierbares Zusammenspiel von Luft, Licht, Schall und Wärme mit dem Ziel den energetischen Bedarf von Gebäuden zu senken und gleichzeitig eine neue Architektursprache zu schaffen.“
Dr. Claudia Perren


Pacific Garbage Screening
Marcella Hansch

Die Plattform „Pacific Garbage Screening“ filtert Plastikpartikel aus den Ozeanen. Die Beruhigung der Meeresströmung im Inneren der Plattform ermöglicht den Auftrieb der Plastikpartikel. Diese passive Form der Filterung schließt die Gefährdung von Meereslebewesen aus. Die gesammelten Plastikpartikel werden zudem als Energie- und Rohstoffquelle genutzt: Umgewandelt in Wasserstoff und Kohlenstoffdioxid treiben sie die Plattform an und helfen bei der Aufzucht von Algenkulturen, die wiederum zu Biokunststoff verarbeitet werden können. Alle Prozesse laufen autark und CO2-neutral ab.

Jurystatement:
„Das Projekt 'Pacific Garbage Screening' macht mit seiner technischen Entwicklung auf die Verschmutzung der Meere durch Plastikmüll aufmerksam. Die 400 x 400 Meter große Plattform beruhigt CO2 neutral die Strömung und ermöglicht den Auftrieb der Plastikteile im Meer ohne Fische und Lebewesen zu gefährden. Diese studentische und sowohl visionäre als auch lösungsorientierte Arbeit setzt ein starkes Zeichen. Und genau das wollen wir mit dem Bundespreis Ecodesign setzen. Eine starke Leistung.“
Dr. Thomas Holzmann


Sustainability and other stories
Mayya Saliba

Kann der Widerspruch von Fast Fashion und Nachhaltigkeit durch eine Kreislaufwirtschaft aufgehoben werden? „Sustainability and Other Stories” ist Fallstudie und Kollektion zugleich. Die Stücke der Kollektion sind aus Monomaterial gefertigt und können in den Wertstoffkreislauf zurückgeführt werden. Das Projekt möchte die politische Rolle von Design stärken und schnelllebiges Konsumverhalten in einer globalisierten Welt hinterfragen.

Jurystatement:
„Die meisten Menschen haben Freude an Mode und ziehen sich gern schön an; herausragende Ereignisse werden oft mit neuer Kleidung gewürdigt. Die vorgestellte Kollektion ist zwar für eine kurze Lebensdauer gedacht, aber komplett rückführbar. Diese studentische Arbeit hat ein sehr hohes Niveau, sie setzt sich umfassend mit den komplexen Fragen von Nachhaltigkeit auseinander.“
Prof. Anna Berkenbusch

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